Ermita de Betlem

Die Ermita de Betlem ist ein Kloster auf dem Gemeindegebiet von Artà im Nordosten von Mallorca. Sie trohnt hochoben eingebettet in die Bergkette Serra d’Artà im östlichen Gebirgszug von Mallorca, den Serres de Llevant.

Einst wurde die Einsiedelei von Mönchen der Glaubensgemeinschaft der Eremiten von San Pablo und San Antonio bewohnt. Aus Altersgründen zogen die verbliebenen Mönche im Herbst 2010 jedoch nach Valldemossa in die Einsiedelei Santíssima Trinitat um.

Ein einziger rüstiger Pater hält noch die Stellung im verwaisten Kloster, verkauft Andenken und öffnet und schließt täglich die Kapelle für Besucher. Bis heute fanden sich keine jüngeren Glaubensbrüder, die das Kloster weiterhin betreiben wollen. Daher wird die Ermita de Betlem zu kulturellen Zwecken genutzt.

Die Einrichtung befindet sich rund 9 Kilometer von Artà entfernt auf einem Hügel in rund 280 Metern Höhe. Einst ein verfallener Gutshof des maurischen Landguts Alqueria Binialgorfa, wurde er im Jahr 1805 von den Mönchen des Orden des Heiligen Paulus und Antonius restauriert und darin ein Kloster gegründet.

Ein Ort der Wallfahrt

Zum Eingangsbereich der Kapelle führt eine 150 m lange Zypressenallee. Die Klosterkapelle im neoklassischen Stil ist noch heute Anziehungspunkt zahlreicher Touristen. Im Inneren befindet sich ein Altar aus Marmor und zahlreiche Skulpturen von Adrià Ferrà. In der Kuppel erstrahlen gut erhaltene Fresken des Malers Francesc Parietti, sowie handbemalte Kacheln und eine Gemäldesammlung von Manuel Bayeu, dem Schwager von Francisco de Goya.

Sehenswert ist auch die Christusfigur Christus der Agonie, der zu Ehren jährlich am 1. Mai eine Wallfahrt der Bewohner der Region stattfindet. Die Figur war ein Geschenk des damaligen Kirchenoberhauptes in Palma de Mallorca, Kardinal Antonio Despuig, anlässlich der Weihe der Ermita im Jahr 1806.

Ein weiteres Highlight auf dem Areal ist die rund 300 Meter entfernte Quelle Font de s’Ermita, welche den Mönchen zur Bewässerung einiger Felder diente. Unmittelbar daneben befindet sich die Lourdesgrotte, ein Marienheiligtum zu Ehren des Wunders von Lourdes.

Direkt hinter der Kapelle führt ein kleiner Pfad zu einem lohnenden Aussichtspunkt, der einen atemberaubenden Blick hinab auf die Bucht von Alcúdia im Norden der Insel bietet.

Anfahrt zur Ermita de Betlem

Die Anfahrt von Artà aus verläuft ca. 9,5 Kilometer über eine schmale serpentinenreiche Straße. Über geschotterten Pfade ist auch eine Wanderung oder eine Mountainbiketour zum Kloster hinauf möglich.

Dafür gehts auf der Placa d’Espanya in Artá in Richtung Westen los. In der Calle Rafael Blanes biegt man bei der Bank Caja de Pensiones rechts ab. Am Ortsende sieht man dann das Schild Ermita de Betlem 8,9 Kilometer. In zahlreichen Kurven gehts bergauf durch eine herrlich unberührte Naturlandschaft.

Ermita de Betlem

Der Weg ist gut begehbar allerdings wegen der kontinuierlichen Steigung nicht ohne Anstrengung zu bewältigen. Auch wenn die Wegstrecke nicht besonders anspruchsvoll ist, ist gutes Schuhwerk Voraussetzung. Nach gut zwei Stunden hat man das entlegenste Kloster der Insel Mallorca erreicht.

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